PSYCHOSOMATIK Körperliche Erkrankung psychischen Ursprungs
Leib
– Seelen Erkrankung? Zunächst einmal ist der
Begriff Psychosomatik - körperliche Erkrankungen psychischen Ursprungs - verwirrend. Körperliche Erkrankungen kennen wir alle,
mal mehr mal weniger. Aber wieso psychischen Ursprungs? Wir sind doch nicht verrückt.
Psychosomatik?
Der
Begriff
Psychosomatik
ist nicht sehr alt im Vergleich zu den Erkenntnissen
der Medizin. J.C. A. Heinroth hat 1818 das Wort Psychosomatik erstmalig erwähnt.
Dennoch ist die Frage und das Wechselspiel zwischen Psyche und Soma, zwischen
Seele und Leib, schon seit dem Altertum ( z.B. Platons Leib – Seele –
Dualismus) ein immer wiederkehrendes Untersuchungsfeld. Galt es doch früher eher die
Befreiung der Seele vom Körper zu betrachten, geht heute Psychosomatische
Behandlung und Psychosomatische Betrachtung in Richtung Abwendung von der „Instrumentalisierung“ des Körpers.
Das Wechselspiel von Psyche und Soma, das Verhältnis zwischen Leib und
Seele, die Kommunikation und der
verschiedene Ausdruck miteinander ist das Behandlungsfeld der Psychosomatik . Schon Sigmund Freud, der Begründer
der klassischen Psychoanalyse und beschreibender
Wissenschaftler von psychischen unbewussten Phänomenen, entdeckte viele
Symptome, die aus dem Wechselspiel Körper und Seele entstanden, und im Sinne
der Psychosomatik zu verstehen sind (z.B. Konversionsmodell). Zu einer anerkannten, eigenen
Wissenschaft kam es jedoch erst später. Jeder weiß, der Körper ist
keine Maschine, auch die Psyche benötigt den körperlichen Ausdruck. Jeder
kennt das Gefühl vor einer Prüfung Aufregung und Unruhe zu verspüren, den körperlichen
Ausdruck der feuchten Hände, der häufigen Toilettengänge etc. auch. Hier
kommuniziert Körper und Seele, hier findet Psychosomatik im Alltag statt.
Umgekehrt kennen wir körperliches Erleben wie z. B. Ohrgeräusche oder Schmerz,
welche uns psychisch – seelisch mitnehmen, uns mürbe machen. Auch das ist
Psychosomatik, ein Wechselspiel zwischen Körper und Seele. Erst 1943 erschien das erste
Lehrbuch der Psychosomatik, geschrieben von Weiss und English, worin es anfänglich
heißt: „Psychosomatik ist …so alt wie die Kunst des Heilens selber." Sie ist
keine Spezialität, sondern eine Sehweise, die für alle Aspekte von Medizin und
Wundarztney gilt. Es geht nicht darum, das Soma weniger, sondern darum, die
Psyche mehr zu studieren.“ In
diesem Sinn betrachtet Ganzheitliche Psychosomatik das gesamte Menschsein. In den weiteren Jahren wurde
dieses – eigentlich natürliche Menschenbild – nur von wenigen
Wissenschaftlern verfolgt. Besonders von Medizinern, welche
erkannten, dass messbare Daten und Fakten trotzdem oft nicht den gewünschten
Heilungserfolg brachte. So z. B. Uexküll als Internist. Er gründete die
so genannte „Integrative
Psychosomatik“, was bedeutet, dass jeder Arzt, jede Ärztin Grundkenntnisse
und Kompetenz von dem Wechselspiel der Seele und dem Körper haben sollte. Oder
Alexander Mitscherlich, der gleich eine psychosomatische Klinik in Heidelberg gründete. Erst 1970 wurde Psychosomatik
Prüfungsfach in der Ärztlichen Ausbildung. Man fragt sich, wieso etwas so
offensichtliches, wie das ganzheitliche Menschenbild, die Wechselbeziehung
zwischen Körper, Seele und Geist, erst spät und zum Teil immer noch zu wenig
Annerkennung in den Fachkreisen und Laienkreisen bekommen hat. Die Antwort ist sicherlich
vielschichtig. Unser Verständnis von Körper, aber auch unsere Auffassung von
psychischen Erscheinungsbildern, wird vielfach von Presseberichten und
„neusten Untersuchungsergebnissen“ geleitet.
Wo soll ich mich denn als Mensch ohne Vorwissen über Themen auch informieren?
Ich bin auf Aufklärung durch meinen Arzt, meiner Ärztin oder Laienpresse
angewiesen. Nun sind die Veröffentlichungen
oft Forschungsergebnisse von Universitätskliniken. Der Wunsch, selbst Psyche zu
messen, ist verführerisch und zugleich trügerisch. Es ist eine Illusion Seele
in ihrer Komplexität schlüssig zu vereinheitlichen und zu messen. Das
Wechselspiel zwischen Psyche – Seele und Soma – Körper ist noch
vielschichtiger, noch individueller, noch menschlicher. Natürlich kann ich den
Grad der Beweglichkeit eines operierten Beines messen, aber ich kann nicht die
seelischen Folgen in ihrer Vielfalt messen. Natürlich gibt es eine Übereinkunft
darüber, was seelisch augenfällig krank ist. Aber auch das nicht augenfällig
krankhafte kann mich trotzdem nachhaltig beeinflussen. In den folgenden Jahren
entstand – nachdem es Psychoanalyse und tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie
und andere Verfahren schon gab – die so genannte Verhaltentherapie. Eine für
das Denken von einigen Wissenschaftlern entgegenkommende Therapieform. Der
Wunsch, seelische Faktoren zu isolieren und zu messen, hatte hierbei den
geeigneten Partner gefunden. Leider geriet das Ganzheitliche
Verstehen von Psyche und Soma, von Seele und Körper, bei solchem
„beforschen“ aus dem Blickfeld. Parallel entwickelten sich jedoch
Therapiekonzepte, Verstehensgrundlagen und Umgangsmethoden, welche gerade die
Harmonie von Körper, Seele und auch Geist würdigten. Sicherlich auch im
Hinblick auf die frustrierenden Ergebnisse von rein messbaren Verfahren ( zum
Beispiel so genannte „Symptomwechsel“, das heißt, die Angst vor dem
Autofahren habe ich abtrainiert, aber dafür habe ich Angst alleine zu sein ). Gerade von Seiten der
Betroffenen, sei es Menschen mit Krisen, psychosomatischen Erkrankungen oder Ärzte/Ärztinnen,
Psychotherapeuten/Psychotherapeutinnen, welche „vor Ort“ in der Praxis, an
der Basis arbeiten, haben die moderneren Verstehensweisen von Menschsein mitgeprägt
und praktikable Therapiekonzepte mit den entsprechenden Kliniken mitgestaltet. So sind die modernen und nicht
„rein messbar“ orientierten Studienergebnisse sehr viel versprechend. Sie
sagen, das eine Behandlung von Psychosomatik am
besten geht, wenn ich viele anerkannte Verfahren in professionelle Hände
stecke. Die persönliche, individuelle Therapie in Verbindung mit ärztlicher
Kompetenz – das Ganzheitliche Menschenbild - hat die besten Heilungschancen.
Psychosomatische
Störungen im Ganzheitlichen Verstehen Unser Menschenbild schließt Körper und Seele und ein harmonisches Miteinander ein. Alles was die Seele berührt, berührt auch den Körper (Psychosomatisch). Alles was den Körper erfasst, erfasst auch sie Seele. Psyche = Seele und Soma = Körper wird Psychosomatisch.
Was
sind Psychosomatische Störungen? Unter dieser Kategorie sind
Erkrankungen zusammengefasst, bei denen Menschen körperliche Symptome haben,
deren Wurzel jedoch in der Seele liegen. Müdigkeit und Erschöpfung, aber auch
Schmerzen und funktionelle körperliche Störungen werden
am häufigsten berichtet. Bei psychosomatischen Störungen
sind gewöhnlich schon viele organische Untersuchungen erfolgt, jedoch
erscheinen die Ergebnisse und das Empfinden der körperlichen Symptome nicht
ausreichend stimmig. Viele Menschen erleben diese Einschränkungen
wiederkehrend, fühlen sich als Hypochonder, Simulant oder Drückeberger
abgestempelt. In unser Verständnis von
psychosomatischen Störungen beziehen wir die körperlichen Signale in die
psychische Befindlichkeit mit ein. In unserer Ganzheitlichen Betrachtung des
Menschen führen wir eben diese erlebte Diskrepanz zusammen.
Unser
Konzept Durch die Aufnahme von
medizinischem, speziell geschultem Fachpersonal und durch den
psychotherapeutisch ausgebildeten Therapeut/In entwickeln wir ein ganzheitliches
individuelles Menschenbild, was gerade dem harmonischen Zusammenspiel von Körper
und Seele entspricht. Mitgebrachte Untersuchungsergebnisse werden mit Ihnen
besprochen und bei Indikation ergänzt. Ihr „Stammtherapeut/In“ führt
sie durch den Klinikaufenthalt. Regelmäßige Einzel –und Gruppentherapie
„Ihrer“ Gruppe stützt Sie in der therapeutischen Gemeinschaft. Durch kontinuierliche Körpertherapie
sammeln sie Erfahrungen in Körperwahrnehmung, durch begleitende Kunsttherapie
die Integration von Sinneswahrnehmungen. Ganzheitliches Verstehen im Sinne von
psychosomatischen Störungen, ist ein individuelles Verstehen. Das Erlernen von
Entspannungsverfahren, die Ergänzung durch krankengymnastische und
balneophysikalischen Anwendungen,
die Ernährungsberatung und die individuelle körperliche Aktivierung ergänzen
unser Konzept. Täglicher Austausch in einer
produktiven Arbeitsatmosphäre ermöglichen gezielt abgestimmte Förderung des
Psychogeneseverständnis jeden Einzelnen und die Ressourcen orientierte Förderung.
Unsere schulmedizinische
Kompetenz wird durch anerkannte Naturheilverfahren komplettiert. Wir holen Sie da ab, wo Sie in
ihrem Verständnis von Psychosomatischen Störungen stehen.
Das
Ziel Das Ziel, das wir uns gesteckt
haben, ist ein harmonisches Miteinander von Körper und Seele und Geist, mit all
ihren Erscheinungsbildern, in Ihnen zu vereinen. Sie sind das Maß der Dinge. Psychosomatische Störungen
sind heilbar. Ihre Andrea Sachse
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unsere Chefärztin im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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